Aufsparrendämmung Eine Dämmschicht, die durchgängig oberhalb der Sparren angeordnet wird. Vorzugsweise aus PAVATHERM Dämmplatten und ISOLAIRUnterdeckplatten. | Baufeuchte Feuchte in Mauerwerk und Rohbau eines Neubaues. Baustoffe wie Mörtel, Estriche, Steine, Putze etc. und die Witterung bringen erhebliche Wassermengen in den Bau. Es dauert etwa zwei ganze Heizperioden, bis diese Baufeuchte aus dem neu gebauten Haus verschwindet. Es ist deswegen von grosser Bedeutung, wieviel Feuchtigkeit in den Baustoffen schon beim Rohbau ist und wie schnell diese Feuchtigkeit an die Aussenluft abgegeben wird. Eine niedrige Baufeuchte bedeutet:
- Kein erhöhter Energieverbrauch in den ersten beiden Wintern.
- Keine Beeinträchtigung der Gesundheit der Bewohner des Neubaus.
| Bauphysik Die Bauphysik beschäftigt sich mit der Wärmelehre, Akustik, Brandschutz, Schallschutz und Feuchtschutz. Sie ist Voraussetzung für gesunde Wohnbedingungen. | Baustoffklassen Die DIN 4102 (Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen) teilt Baustoffe nach ihrem Brandverhalten ein in:
Baustoffklassen A 1 und A 2 = nicht brennbar B 1 = schwer entflammbar B 2 = normal entflammbar B 3 = leicht entflammbar
Die jeweilige Baustoffklasse muss bei genormten, zugelassenen Dämmstoffen auf dem Etikett angegeben sein. In der Bundesrepublik dürfen darüber hinaus im Bauwesen keine Produkte der Baustoffklasse B 3 verwendet werden. Künftig sind diese Baustoffklassen neu in DIN EN 13501-1 geregelt. | Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit Rechengrösse der Wärmeleitfähigkeit, die für die Bemessung des Bauteil U-Wertes massgebend ist (inkl. der Sicherheitszuschläge aus Norm oder Zulassung). | Bewerteter Norm-Trittschallpegel Ln,w und L’n,w (dB) Der bewertete Norm-Trittschallpegel ist die Zahlenangabe zur Kennzeichnung des Trittschallverhaltens von gebrauchsfertigen Decken und Treppen. Der bewerte Norm-Trittschallpegel beruht auf der Prüfung des frequenzabhängigen Norm-Trittschallpegels, wobei unterschieden wird, ob der Schall ausschliesslich durch das zu prüfende Bauteil übertragen wird, z. B. in einem Prüfstand ohne Flankenübertragung. Dies ergibt Ln,w . Oder der Schall wird zusätzlich über Flanken oder andere Nebenwege übertragen, z.B. in ausgeführten Bauten oder in Prüfständen mit bauähnlicher Flankenübertragung. Dies ergibt L’n,w.
Je kleiner der bewertete Norm-Trittschallpegel, um so besser ist die Trittschalldämmung eines Bauteiles! Beispiel :
A. Stahlbeton-Rohdecke, 180 mm L’n,w = 73 dB B. Stahlbetondecke + schwimmender Estrich L’n,w = 47 dB | Bewertetes Schalldämm-Mass Rw und R'w (dB) Das bewertete Schalldämm-Mass ist die Zahlenangabe zur Kennzeichnung der Luftschalldämmung von Bauteilen. Das bewertete Schalldämm-Mass beruht auf der Prüfung des Schalldämm-Masses, wobei unterschieden wird, ob der Schall ausschliesslich durch das zu prüfende Bauteil übertragen wird, z. B. in einem Prüfstand ohne Flankenübertragung. Dies ergibt Rw. Oder der Schall wird zusätzlich über Flanken oder andere Nebenwege übertragen, z. B. in ausgeführten Bauten oder in Prüfständen mit bauähnlicher Flankenübertragung. Dies ergibt R'w.
Je grösser das bewertete Schalldämm-Mass, um so besser ist die Luftschalldämmung eines Bauteiles!
Beispiel : A. Wand aus 100 mm Porenbeton R'w = 38 dB B. Wand aus 240 mm KS-Stein R'w = 55 dB | Bilanz Summe der Monatsergebnisse Wt, Wv: Bilanz < 0: Über den Jahresverlauf gesehen kann das Bauteil austrocknen. Wenn keine zu hohen Tauwassermassen auftreten (Durchfeuchtung, Abtropfen) ist von einem funktionierenden Querschnitt auszugehen. Bilanz > 0: Das Bauteil trocknet nicht aus. Im Verlauf der Jahre wird sich immer mehr Kondensat im Bauteil sammeln. | Blower-Door-Test / Luftdichtheitstest Es wird dabei ermittelt, wie oft das Luftvolumen des Gebäudes bei einer bestimmten Druckdifferenz zur Aussenluft pro Stunde ausgetauscht wird. Um diesen Differenzdruck aufzubauen, wird in eine offene Aussentür (Eingangstür oder Balkontür) ein Rahmen eingesetzt, der mit einer Folie bespannt ist. In einer Öffnung der Folie befindet sich ein Ventilator. Die Drehzahl des Ventilators wird so geregelt, dass sich ein definierter Druck zwischen Aussen- und Innenraum einstellt. Um diesen Druck aufrechtzuerhalten muss der Ventilator einen so hohen Volumenstrom fördern, wie durch Leckstellen des Gebäudes entweicht. Um zu einer aussagekräftigen Kenngrösse (n50) der Luftdichtheit zu kommen, wird der gemessene Volumenstrom durch das Volumen des Gebäudes geteilt.
Während die Druckdifferenz aufgebaut ist (Unterdruck im Haus) können Leckstellen in der Gebäudehülle leicht gefunden werden. Schon mit der blossen Hand lassen sich die Leckstellen ertasten. Es zieht sozusagen aus allen Ritzen. Weitere Hilfsmittel zum Orten der Leckstellen sind Rauchspender, Luftgeschwindigkeitsmesser und die Thermografie. | Brandkennziffer Die Brandkennziffer (BKZ) setzt sich zusammen aus dem in Prüfungen ermittelten Brennbarkeitsgrad (erste Zahl) und dem Qualmgrad (zweite Zahl), z. B. BKZ 4.3 | CE-Zeichen Kennzeichnet die Übereinstimmung von Produkten mit europäischen Produktnormen (EN) oder europäischen technischen Zulassungen (ETA). Holzfaserdämmstoffe ohne CE-Zeichen (Communautes Européennes = europäische Gemeinschaften) dürfen in Europa nicht in den Verkehr gebracht werden. | Dampfbremse Folie oder Schicht mit begrenzter Durchlässigkeit für Wasserdampf.
Siehe auch sd-Wert. | Diffusion Langsame Bewegung von Wasserdampf, von Orten höherer Konzentration (z. B. Innenluft) zu Orten mit geringerer Konzentration (z. B. Aussenluft). | Dynamische Steifigkeit s’ (MN/m³) Dynamische Steifigkeit s’ (MN/m³) Die dynamische Steifigkeit ist eine von der Schichtdicke abhängige Materialeigenschaft für einen trittschalldämmenden Baustoff. Die dynamische Steifigkeit wird für die üblichen Dämmplatten in Form von "Stufen der dynamischen Steifigkeit SD" angegeben.
Je niedriger die dynamische Steifigkeit, um so besser ist die zu erwartende trittschallmindernde Wirkung einer Dämmschicht!
Beispiel: A. Estrich auf Dämmschicht mit SD10 : Lw,R = 30 dB B. Estrich auf Dämmschicht mit SD70 : Lw,R = 20 dB | Dämmkeil Dämmkeil Die praktische Keilform ermöglicht die rationelle Verarbeitung auch in den Bereichen der Steildach-Zwischensparrendämmung sowie der Dämmung von Holzständerwänden. Überstehende Ecken mit dem PAVATEX Dämmstoffmesser für Stichsägen kappen.
Nur DE Diffusionsdichte Unterdächer, Unterdeckungen oder Unterspannungen sind nach dem Regelwerk des ZVDH zu hinterlüften. Mehrlagige Dämmschichten werden fugen- versetzt verlegt. Vor Montage der Innenverkleidung muss die gedämmte Dach-/ Wandfläche mit einer Luftdichtheitsbahn bzw. Dampfbremse (z. B. PAVATEX DB 3,5 oder DB 28) überspannt werden. Durchdringungen sind mit Klebe- und Dichtbändern luftdicht abzukleben. | ENEV (Energieeinsparverordnung) Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagetechnik bei Gebäuden, seit 1.02.2002 in Kraft. | Feuchteschutz Der Feuchteschutz ist ein wesentlicher Aspekt Baustoffe, respektive Bauteile dauerhaft vor Feuchteschäden zu bewahren. PAVATEX hat grundsätzlich für alle aufgezeigten Konstruktionen den Feuchteschutznachweis in Form von bauphysikalischen Berechnungen geführt. | Feuerwiderstandsklassen Die brandschutztechnische Klassifizierung von Bauteilen, d.h. Bauelementen und Konstruktionen erfolgt nach Feuerwiderstandsklassen. Dabei werden insbesondere der statische und raumabschliessende Funktionserhalt bei Brandbeanspruchung geprüft. Eine Klassifizierung erfolgt im Wesentlichen nach der Zeitdauer (in Minuten), die das Bauteil bzw. die Baukonstruktion dem Feuer Widerstand bietet. Versagenskriterien sind Verlust des Raumabschlusses und Verlust der Tragfähigkeit sowie der Temperaturanstieg um mehr als 160 K auf der vom Feuer abgekehrten Seite.
Der Nachweis der Feuerwiderstandsklasse erfolgt entweder durch Zuordnung zu einem “klassifizierten Bauteil” gemäss DIN 4102-4 oder durch entsprechende Prüfzeugnisse (ABP). | Glaser-Verfahren Verfahren zur Berechnung von Tauwasser- und Verdunstungsmassen im Inneren von Bauteilen zur Bewertung des Tauwasserschutzes. | Gleichgewichtsfeuchte In Abhängigkeit von der Umgebungsfeuchte stellt sich in jedem Baustoff eine stoffspezifische Materialfeuchte ein. Die Gleichgewichtsfeuchte nimmt Einfluss auf bestimmte Materialeigenschaften wie Wärmedämmwirkung, Diffusionswiderstand und Festigkeit. | Hinterlüftung Mit Aussenluft hinterströmte äussere Bekleidung von Wand- oder Dachbauteilen zur Abführung von Diffusionsfeuchte und Feuchteeintrag von aussen (Schlagregen, Flugschnee). | Hitzeschutz im Sommer Schutz vor Überhitzung von Wohnräumen durch Sonnenenergie. Der sommerliche Wärmeschutz trägt massgeblich zum Wohlbefinden bei. Im sommerlichen Wärmeschutz spielt die Phasenverschiebung und das Temperaturamplitudenverhältnis (TAV) eine besondere Rolle. Siehe auch: Phasenverschiebung. | Hydrophob Wasser abstossend, nicht in Wasser löslich. | Jahresheizwärmebedarf Jahresheizwärmebedarf ist die massgebliche Kenngrösse des jährlichen Wärmebedarfs. Der Heizwärmebedarf, resultierend aus den Wärmeverlusten über Transmission und Lüftung, wird durch die internen und solaren Gewinne reduziert. Die Kenngrösse, die sich daraus ergibt, ist für den Wärmeschutznachweis eines Gebäudes erforderlich. Solare Gewinne erzielt man durch Solar - und Fotovoltaikanlagen und Fensterflächen. Interne Gewinne entstehen durch elektrische Geräte, wie Computer, Lampen usw. | Jenisch-Verfahren Das Jenisch–Verfahren ist ein in DIN 4108-3 im Abschnitt A.6.4 erwähntes Berechnungsverfahren für Sonderfälle, bei denen die Auswirkungen des tatsächlich gegebenen Raumklimas und des Außenklimas am Standort des Gebäudes erfasst werden. Es dienst der Berechnung von Tauwasser- und Verdunstungsmassen im Inneren von Bauteilen zur Bewertung des Tauwasserschutzes unter Anwendung von regionalen Klimadaten. | Kaltdach Dach mit Durchlüftung zwischen Eindeckung und Unterdach sowie zwischen Unterdach und Wärmedämmung (zweifach belüftetes Dach). | Kapillarleitung Unter Kapillarleitung ist der Transport von Wasser in flüssiger Form in kapillarporösen Baustoffen zu verstehen (kapillarporöse Baustoffe: Modell, bei dem der Baustoff parallel angeordnete, zylindrische Poren aufweist). Die Kapillarleitung wirkt in alle Richtungen, d.h. auch entgegen der Schwerkraft. Ursache für den Feuchtetransport sind Kapillarkräfte, die durch die Oberflächenspannung von Wasser in engen Poren ausgelöst werden. | Kerndämmung Kerndämmung ist die Dämmschicht, die zwischen zwei festen Mauerschalen ohne Luftschicht eingebaut wird. | Kondensat Kondenswasser ist Wasser, das durch Kondensation entsteht, indem es sich aus seiner Dampfphase unterhalb seines Taupunktes bildet. | Konvektion Man spricht dann von Wasserdampfkonvektion, wenn die feuchte Raumluft durch offene Fugen und undichte Bauteilanschlüsse in Bauteile eindringt. | Körperschall Körperschall ist der in festen Stoffen sich ausbreitender Schall, wenn z. B. mit einem Hammer an die Wand geklopft wird oder Türen zugeschlagen werden. Wird in einem Bauteil Körperschall erzeugt, dann wird es damit in Schwingungen versetzt. Dieses Bauteil kann wiederum die Luft des Nachbarraumes zu Schwingungen, also zu Luftschall, anregen. | Lignin Neben den Hemicellulosen und der Cellulose ein Hauptbestandteil des Holzes und macht je nach Holzart zwischen 15% und 35% des Anteils eines Baumes aus. Es dient überwiegend zur Aussteifung und zum Zusammenhalt der einzelnen Holzfasern bzw. Zellwände, ähnlich dem Beton bei einer Stahlbetonkonstruktion. | Luftdichtheit Durch die gesetzlich geforderte Luftdichtheit der Gebäudehülle z. B. in DIN 4108 T7 Wärmeschutz, DIN 68800 Holzschutz und ZVDH Regelwerk oder SIA 180 werden zusätzliche Energieverluste in Form von ausströmender warmer Luft und daraus resultierender Feuchteschäden verhindert. | Luftschall Luftschall ist der in der Luft sich ausbreitende Schall, der durch Sprechen, Musik oder dergleichen erzeugt wird. Wird in einem Raum Luftschall erzeugt, dann können die damit verbundenen Schwingungen und Wellen die angrenzenden Wände und Decken ebenfalls in Schwingungen versetzen. Diese Bauteile können wiederum die Luft des Nachbarraumes zu Schwingungen, also zu Luftschall, anregen. | Luftwechselzahl Diese gibt an, wie oft innerhalb einer Stunde die gesamte Raumluft erneuert wird. | Längenspezifischer Strömungswiderstand AF ((kPa s)/m²) Der längenspezifische Strömungswiderstand ist eine von der Schichtdicke unabhängige Materialeigenschaft für einen schallabsorbierenden Baustoff. Speziell für die Hohlraumdämmung darf der längenspezifische Strömungswiderstand nicht zu gering sein, damit Schallwellen gut absorbiert werden. In DIN 4109 wird für Hohlraumdämmstoffe ein längenspezifische Strömungswiderstand von mind. 5 (kPa s)/m² vorgeschrieben!
Beispiel: A. Mineralfaserdämmstoffe: AF ? 5 (kPa s)/m² B. Holzfaserdämmstoffe: AF ? 100 (kPa s)/m² | m Die angesammelte Tauwassermasse (zum Monatsende am Betrachtungspunkt), berechnet für das dritte Betrachtungsjahr in [g/m²]. Bei m = 0 ist das Bauteil trocken. | Nennwert der Wärmeleitfähigkeit Statistischer Prüfwert der Wärmeleitfähigkeit – darf nicht für Bemessung von Bauteil U-Werten verwendet werden. | PhasenverschiebungDie Phasenverschiebung ist die Zeitspanne (Stunden), die eine Temperaturwelle benötigt, um von der Aussenseite eines Bauteils auf die Innenseite zu gelangen.
Je grösser die Phasenverschiebung, um so länger wird die Aufheizung des Gebäudeinneren verzögert! Eine Phasenverschiebung von mehr als 10 Std. sollte angestrebt werden.
Beispiel: A. Dachdämmung mit 18 cm Mineralfaserdämmung Bemessungswert 0,040: ? = 5,9 Std. B. Dachdämmung mit 18 cm Holzfaserdämmung Bemessungswert 0,040: ? = 13,7 Std. | Raumklima Setzt sich aus den Komponenten Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftgeschwindigkeit, Temperatur der Raumumschliessungsflächen und dem Gehalt an Fremdstoffen in der Luft zusammen. Das subjektive Empfinden des Raumklimas ist abhängig von Lebensalter, Gesundheitszustand und Kleidung. | Rohdichte Sie bezeichnet die Dichte eines Baustoffs einschliesslich Poren, Hohlräume und dergleichen in kg/m3. | Schallbrücke Schwingungsübertragende Bauteile - zum Beispiel eine Schraube, die einen schwimmenden Estrich durchbricht - nennt man Schallbrücken. Sie machen unter Umständen aufwendige Massnahmen zur Schalldämmung wirkungslos und sind deshalb unter allen Umständen zu vermeiden. Um eine Schallbrücke auszuschliessen, lässt man zum Beispiel auch eine abgehängte Decke nicht seitlich an die Raumwände anstossen. Wird dies nicht beachtet, kann die Decke wie ein Resonanzboden wirken. | Schallschutz Massnahmen, die einerseits die Schallentstehung (Primärmassnahmen) und andererseits die Schallübertragung von einer Schallquelle zum Hörer vermindern (Sekundärmassnahmen). Bei Sekundärmassnahmen ist zu unterscheiden, ob sich Schallquelle und Hörer in verschiedenen oder demselben Raum befinden. Im ersten Fall wird der Schallschutz hauptsächlich durch Schalldämmung, im zweiten Fall durch Schallabsorption erreicht. Bei der Schalldämmung unterscheidet man je nach Art der Schwingungsanregung zwischen Luftschalldämmung und Körperschalldämmung. | Schimmelpilze Die Ursache für einen Pilzbefall im Innenraum ist fast immer in erhöhter Feuchtigkeit zu suchen. Verantwortlich dafür sind bauliche und wohnliche Umstände. Aber auch luftdichte Dämmungen und ungenügende Lüftung führt zur Erhöhung der Raumluftfeuchte und in deren Folge zur vermehrten Schimmelpilzbelastung der Wohnräume. Schimmelpilzbefall äussert sich oft als allergische Reaktion des Körpers wie Naselaufen, gerötete Augenschleimhäute oder Atemwegsbeschwerden. Wenn solche Beschwerdebilder anhalten und nicht abklingen, liegt der Verdacht auf eine Pilzbelastung nahe und sollte untersucht werden. | Sorption Sorption ist die Bezeichnung für die Anlagerung von Wasserdampfmolekülen an die innere Oberfläche der Poren eines Stoffes. | Spezifische Wärmekapazität Die spezifische Wärmekapazität gibt an, wie gross die Wärmemenge in Joule ist, die 1 kg eines Stoffes aufnimmt oder abgibt, wenn dessen Temperatur um 1 K (Kelvin) erhöht oder gesenkt wird. Für einige Baustoffe sind in DIN EN 12524 Rechenwerte der spezifischen Wärmekapazität angegeben, oder es liegen Herstellerprüfwerte vor. | Taupunkt Luft kann bei einer bestimmten Temperatur nur eine gewisse Menge Feuchtigkeit speichern. Mit Wasserdampf gesättigte Luft hat eine relative Luftfeuchte von 100%. Die absolute Menge der maximal aufnehmbaren Feuchtigkeit hängt wesentlich von der Temperatur der Luft ab. Warme Luft kann mehr Feuchte aufnehmen als kalte. Wenn nun Luft abgekühlt wird, so steigt die relative Feuchte an (die absolut enthaltene Feuchtigkeit bleibt gleich). Irgendwann erreicht die relative Feuchte 100% und dann fällt Tauwasser an (Kondensation). Dieses Phänomen ist oft zu beobachten, z. B., wenn warme Raumluft an einem Fenster abkühlt und dadurch die Feuchtigkeit an der Scheibe kondensiert. Besonders kritisch ist es, wenn ein Bauteil aufgrund von Undichtheiten von der warmen Raumluft durchströmt wird. Bei Durchgang kühlt sich die Luft nämlich ab, die relative Luftfeuchtigkeit steigt und es kann zu Tauwasseranfall im Bauteil kommen. Dies wiederum kann Bauschäden und überhöhten Energieverbrauch zur Folge haben. | Tauwasser Schlägt sich an Innenseiten von Aussenwänden und Fenstern nieder, wenn deren Oberflächentemperatur die Taupunkttemperatur der Luft unterschreitet. Das ist jene Temperatur, bei der die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit zu Wasser kondensiert. Abhilfe durch wärmedämmende Massnahmen, Vermeidung bzw. reduzieren der Luftfeuchtigkeit. | Temperatur-Amplitudenverhältnis Unter dem Temperaturamplitudenverhältnis TAV versteht man das Verhältnis der maximalen Temperaturschwankung an der inneren zur maximalen Schwankung an der äusseren Bauteiloberfläche.
Je kleiner das TAV, um so besser ist die Dämpfung von Temperaturschwankungen durch ein Bauteil!
Beispiel: A. Dachdämmung mit 18 cm Mineralfaserdämmung Bemessungswert 0,040: TAV = 0,23 (23%) B. Dachdämmung mit 18 cm Holzfaserdämmung Bemessungswert 0,040: TAV = 0,05 (5%) | Temperaturleitfähigkeit Quotient aus Wärmeleitfähigkeit und dem Produkt aus Dichte und spezifischer Wärmekapazität. Sie betrifft den nichtstationären Zustand. Neben anderen Eigenschaften ist sie für das Verhalten der Temperatur an einem Punkt im Inneren eines Stoffes bei einer Temperaturänderung an der Oberfläche verantwortlich. Je höher die Temperaturleitfähigkeit, desto empfindlicher reagiert die Innentemperatur eines Stoffs auf Änderungen der Oberflächentemperatur. | Transmissionswärmeverlust Wärmeenergieverlust durch Bauteile. | Trittschall Trittschall ist der Schall, der beim Begehen und bei ähnlicher Anregung einer Decke, Treppe o. ä. als Körperschall entsteht und teilweise als Luftschall in einen darunterliegenden oder benachbarten Raum weitergegeben wird. | Trittschallverbesserungsmass Lw (dB) Das Trittschallverbesserungsmass ist die Zahlenangabe zur Kennzeichnung der Trittschallverbesserung durch eine Deckenauflage (schwimmender Estrich, Bodenbelag o.ä.) auf Massivdecken. Das Trittschallverbesserungsmass beruht auf der Differenz von geprüften, frequenzabhängigen, bewerteten Normtrittschallpegeln einer Bezugsdecke jeweils mit und ohne Deckenauflage.
Je grösser das Trittschallverbesserungsmass, um so besser ist die Trittschallminderung einer Deckenauflage auf Massivdecken!
Beispiel: A. Dielenboden auf Lagerhölzern ?Lw = 16 dB B. Zementestrich auf Faserplatten ?Lw = 33 dB | Umkehrdach Umkehrdach ist die Bezeichnung für einen unbelüfteten Flachdachaufbau, der im Gegensatz zum konventionellen Flachdach eine völlig andere Reihenfolge seiner Schichten aufweist. Die Dämmung liegt oberhalb der Dachhaut und ist somit dem Regen stärker ausgesetzt. Man verwendet daher nur wasserunempfindliche Dämmungen, wie Schaumglas, Polyurethan oder Extrudiertes-Polystyrol. Auf der Dämmung muss eine Beschwerung angeordnet werden, um der Windsogbeanspruchung entgegen zu wirken. | Unterdeckplatte Produktgruppe gemäss ZVDH-Regelwerk zur fachgerechten Herstellung von Unterdeckungen unter der Dacheindeckung, z. B. ISOLAIR-Unterdeckplatten. | Vollsparrendämmung Luftschichtfreie Dämmung der Sparrenfelder. | Warmdach Bei einem Warmdach liegt die Dämmung direkt auf der Dachfläche, d.h. zwischen z. B. ISOLAIR Unterdeckplatte und Dampfbremse. Es darf kein Hohlraum entstehen, in dem sich Feuchtigkeit sammeln kann. Daneben gibt es noch die Kaltdächer und die Umkehrdächer. | Wasserdampf Bezeichnet den gasförmigen Aggregatzustand des Wassers. Bei normalem atmosphärischem Druck verdampft kochendes Wasser bei 100° Celsius. Wasserdampf bildet sich aber gemäss dem Dampfdruck des Wassers auch schon bei niedrigeren Temperaturen. Im Gleichgewichtszustand ist die Menge des sich bildenden Wasserdampfes durch den Sättigungsdampfdruck gegeben. | Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ Die µ-Zahl eines Baustoffes ist ein dimensionsloser Materialkennwert, der angibt, wieviel Mal dampfdichter der Baustoff ist als eine ruhende, gleich dicke Luftschicht. Die µ-Zahlen für die gebräuchlichsten Baustoffe sind in DIN 4108-4 angegeben.
Je grösser die µ-Zahl, um so dampfdichter ist ein Baustoff!
Beispiel: A. Holzfaserdämmplatten: µ = 5 B. XPS-Hartschaumdämmplatten: µ = 150 | Wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke sd (m) Der sd-Wert errechnet sich aus der Multiplikation von µ-Zahl und Schichtdicke (in Meter) eines Baustoffes. Er gibt somit Auskunft über die Dampfdurchlässigkeit einer Baustoffschicht.
Je größer der sd-Wert, um so dampfdichter ist eine Baustoffschicht!
Beispiel : A. Holzfaserdämmplatte 0,10 m x 5 ergibt sd = 0,5 m B. XPS-Hartschaumdämmplatte 0,10 m x 150 ergibt sd = 15,0 m | Winddichtheit Die Winddichtung soll das Durchströmen der Wärmedämmung mit kalter Luft auf der Aussenseite verhindern. Winddichtheit ist eine wichtige Voraussetzung, um ein Gebäude energetisch und bauphysikalisch optimal betreiben zu können. Bei unzureichender Dichtheit treten folgende Probleme auf: Der Luftwechsel ist häufig wesentlich zu hoch, raumweise stark differenziert und vom Nutzer kaum kontrollierbar. Dies erhöht den Heizenergiebedarf.
- Bei stärkeren Winden und tiefen Aussentemperaturen kommt es zu Beheizungsproblemen und Zugerscheinungen.
- Das Abströmen feuchter Luft an kalten Bauteilen führt zur Wasserdampfkondensation und damit zu Bauteildurchfeuchtung und Bauschäden. Dies betrifft besonders die Dämmung von Dachgeschossen.
Fälschlicherweise wird die Winddichtheit auch Luftdichtheit genannt. Die Luftdichtheit der Gebäudehülle ist in DIN 4108 T7 beschrieben und befindet sich raumseitig der Dämmung. | Wt, Wv Die monatlich anfallende Tauwasser- oder Verdunstungsmenge, angegeben in [g/m²], Differenz zwischen ein- und ausdiffundierender Feuchtigkeitsmenge. Positiver Wert = Tauwasserniederschlag im Bauteil, negativer Wert =Austrocknungsvorgang ist möglich. | Wärmedurchgangskoeffizient (W/(m² K)) Der Wärmedurchgangskoeffizient dient der Beurteilung des (Transmissions-)Wärmeverlustes durch Bauteile, Bauteilkombinationen oder durch die gesamte Gebäudeumfassungsfläche. Er gibt die Wärmemenge an, die durch 1 m² eines Bauteils bestimmter Dicke bei 1 K (Kelvin) Temperaturunterschied abfliesst. Der U-Wert berechnet sich aus dem Kehrwert der Summe von Wärmeübergangswiderständen Rsi und Rse sowie den Wärmedurchlasswiderständen R der Bauteilschichten und ggf. der Luftschichten.
Je kleiner der U-Wert, um so geringer sind die Wärmeverluste durch Bauteile oder Gebäudeumfassungsflächen!
Beispiel : A. Aussenwand aus 10 cm Normalbeton: U = 5,88 W/(m² K) B. Aussenwand aus 10 cm Vollholz: U = 1,06 W/(m² K) | Wärmedurchlasswiderstand R (m²K/W) Der Wärmedurchlasswiderstand ist das Mass für die Wärmedämmung eines Bauteils. Er wird aus der Baustoffdicke s (m) und der Wärmeleitfähigkeit l (W/(m K)) ermittelt. Bei mehrschichtigen Bauteilen wird er aus der Summe der einzelnen Wärmedurchlasswiderstände der hintereinanderliegenden Baustoffschichten berechnet.
Je grösser der Wärmedurchlasswiderstand, um so besser ist die Wärmedämmung eines Bauteils!
Beispiel : A. Normalbeton 0,10 m, 2,000 W/(m K): R = 0,050 m²K/W B. Dämmstoffe 0,10 m, 0,040 W/(m K): R = 2,500 m²K/W | Wärmedämmung Sind Massnahmen zur Herstellung und Aufrechterhaltung eines behaglichen Wohnklimas. Mit einer ausreichenden Wärmedämmung sparen Sie wertvolle Heizenergie und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Lösung der dringenden Umweltprobleme durch Schadstoffvermeidung. | Wärmeleitfähigkeit (W/(m K)) Die Wärmeleitfähigkeit ? ist eine spezifische Stoffeigenschaft. Sie gibt die Wärmemenge in Watt an, welche durch 1 m² einer 1 m dicken Schicht eines Stoffes strömt, wenn das Temperaturgefälle in Richtung des Wärmestromes 1 K (Kelvin) beträgt. DIN V4108-4 und DIN EN 12524 enthalten Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit.
Je geringer die Wärmeleitfähigkeit, um so besser ist die wärmedämmende Eigenschaft eines Baustoffes!
Beispiel : Wärmeleitfähigkeit von Normalbeton = 2,000 W/(m K) Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen = 0,040 W/(m K) | Wärmespeicherfähigkeit Die gespeicherte Wärmemenge ist umso höher, je höher die spezifische Wärmekapazität ist, je grösser die Masse bzw. das Volumen ¥ Dichte ist und je höher der Temperaturunterschied zur Umgebung (z. B. der umgebenden Luft) ist. | Wärmeübergangskoeffizient Aussen: Summe der Wärmemenge, die zwischen der Aussenseite eines Bauteils und der Aussenluft durch Wärmekonvektion und Wärmestrahlung pro Zeiteinheit, pro Bezugsfläche und einer Temperaturdifferenz von 1 K zwischen Aussenluft- und Oberflächentemperatur ausgetauscht wird: he = hce + hre.
Innen: Summe der Wärmemenge, die zwischen der Innenseite eines Bauteils und der Innenluft durch Wärmekonvektion und Wärmestrahlung pro Zeiteinheit, pro Bezugsfläche und einer Temperaturdifferenz von 1 K zwischen Innenluft- und Oberflächentemperatur ausgetauscht wird: hi = hci + hri. | Wärmeübergangswiderstände Rsi / Rse (m²K/W) Die Wärmeübergangswiderstände Rsi (für innen) und Rse (für aussen) kennzeichnen die Wärmeübergänge von der Raumluft auf die Innenoberfläche des Bauteils bzw. von der Aussenoberfläche des Bauteils zur Aussenluft in Abhängigkeit von der Richtung des Wärmestromes (aufwärts, horizontal oder abwärts). Die Rechenwerte der Wärmeübergangswiderstände für die Berechnung von Energieverlusten (z. B. gemäss EnEV) sind in DIN EN ISO 6946 angegeben.
Je grösser der Wärmeübergangswiderstand, um so kleiner ist die Wärmemenge, die zwischen Bauteil und Luft ausgetauscht wird!
Beispiel : A. Aussenwand (horizontal), innen: Rsi = 0,13 m²K/W B. Aussenwand (horizontal), aussen: Rse = 0,04 m²K/W | Zwischensparrendämmung Zwei Verfahren sind üblich: Erstens das Kaltdach-Prinzip. Dabei soll zusätzlich zur Dampfbremse eine Hinterlüftung des Dachzwischenraums oberhalb der Dämmung die anfallende Feuchtigkeit abtransportieren. Allerdings fällt dieser Bereich als Dämmebene weg. Angesichts der heute geforderten Dämmstoffdicken ist hier aber jeder Zentimeter wichtig. Dies ist einer der Gründe, warum das Kaltdach-Prinzip heute immer seltener angewandt wird. Zweitens: Das Warmdach. Hier verzichtet man auf die Hinterlüftung und dämmt die Sparrenhöhe voll aus. Der nötige sd-Wert der Dampfbremsen sollte durch ein Rechenverfahren ermittelt werden. |

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